Bilderbücher im Deutschunterricht – 1. Klasse

Meiner ersten Klasse lese ich jede Woche ein Bilderbuch vor. Das ermöglicht Sprachenlernen im Kontext, der Wortschatz wird erweitert und: die Kinder lieben es!

Das Vorlesen findet meist im Sitzkreis statt und ist immer ein schönes gemeinschaftliches Erlebnis. Die Kinder genießen das Vorlesen bis in die 4. Klasse sehr, aber gerade in der ersten Klasse entsteht dabei eine magische Stimmung und das Lernen findet so ganz unbemerkt statt.

Wenn Lernen ganz nebenbei passiert

In dieser Atmosphäre machen auch jene Kinder mit, entwickeln Ideen und teilen ihre Gedanken, die sonst im Unterricht eher zurückhaltend sind.
Durch Fragen während des Vorlesens bleiben die Kinder aufmerksam und werden zum Mitdenken angeregt.

  • Was siehst du auf dem Bild?
  • Was denkst du, wird als Nächstes passieren?
  • Warum sieht … so traurig/erleichtert… aus?
  • Warum hat die Maus das gesagt/getan?


Im Anschluss an das Vorlesen und Betrachten des Bilderbuches arbeite ich oft fächerübergreifend weiter. Wir gestalten im Kunstunterricht Bilder oder sogar kleine Büchlein, manchmal findet sich auch ein passendes Lied. Im Rollenspiel können Szenen dargestellt werden. Auch als Schreibanlass bieten sich Bilderbücher hervorragend an, auch schon in der ersten Klasse.

Neuer Buchstabe – neues Buch

Sehr gerne verwende ich zur Einführung eines neuen Buchstabens ein Bilderbuch.
Wichtig dabei ist mir, dass das jeweilige Buch sprachlich nicht zu schwierig für meine Klasse ist. Wenn es den Inhalt nicht stört, erzähle ich zu den Bildern des Buches anstatt den Text vorzulesen.
Zur Einführung des neuen Buchstabens „Gg“ habe ich den Kinderbuchklassiker „Der Grüffelo“ herangezogen. Das „Üü“ haben wir ganz nebenbei auch gleich gelernt.

Dieses Buch bietet inhaltlich und sprachlich ganz viele Möglichkeiten. Ich lese Textteile immer mehrmals vor, so können die Kinder dann meine Sätze vervollständigen beziehungsweise mitsprechen.
Das Buch ist in Reimform geschrieben, dies fördert die phonologischen Fähigkeiten und bietet ebenfalls Gelegenheit zur Beteiligung der Kinder: Ich nenne das erste Reimwort, die Kinder sagen das zweite Reimwort.

So viele Lerninhalte stecken im Grüffelo

  • Viele Phrasen wiederholen sich auf jeder Seite, das schult das Gedächtnis und die Konzentration.
  • Es werden viele beschreibende Adjektive verwendet, dies macht den Text spannend und erweitert den Wortschatz.
  • Außerdem gibt es auf jeder Seite Begrüßungs- und Verabschiedungsfloskeln (Mach´s gut! Leb wohl!).
  • Das Frage- Antwort-Muster ist eine weitere Besonderheit des Buchs („Was ist das für ein…?“ „Kennst du ihn nicht?“).
  • Im Text werden bekannte und eventuell noch unbekannte Körperteile benannt (Tatze, Knie, Warze, Hauer, Klauen, Auge, Zunge…), Waldtiere und deren Lebensraum und Behausungen thematisiert und Gefühle (Angst haben, sich freuen,…) angesprochen.
  • Zum Vertiefen bietet es sich an, Nomen, die im Buch vorkommen, deren Artikel und eventuell Einzahl und Mehrzahl zu üben (die Maus – die Mäuse…).

Wir haben Sätze formuliert, die Körperteile von Maus, Grüffelo, Fuchs, Eule und Schlange besprochen und Bilder beschriftet. Natürlich haben wir auch einen passenden Hefteintrag im Formati S.3 Schreibheft gestaltet:

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