Das W.1 als Erinnerungs-Schatzkiste

Das Wörterheft W.1 hat sich in unserem Schreiblernprozess schon seinen Fixplatz verschaffen und ist nicht mehr wegzudenken. Für die Kinder stellt es eine Übungsmöglichkeit dar, bei der sie ganz genau wissen, was zu tun ist und somit lange Erklärungsprozesse überflüssig werden. Für mich als Lehrperson ist es eine immer wiederkehrende Übung, die effektiv ist, aber wenig Vorbereitung in Anspruch nimmt.

Außerdem habe ich mit diesem Heft eine tolle Möglichkeit gefunden, den Kindern nach vier Jahren Schulzeit zu zeigen, welche enormen Fortschritte sie gemacht haben.

So arbeiten wir mit dem Formati W.1

Wir verwenden das Wörterheft W.1, für grafomotorische Übungen mit dem neu erlernten Buchstaben. Passend zu dem jeweiligen Buchstaben der Woche zeichnen oder kleben die Kinder Bilder in die Kästchen daneben. Dabei darf der aktuelle Buchstabe im An-, In- oder Auslaut des Bildes im Kästchen vorkommen. Ohne es zu merken, schulen sie damit auch gleichzeitig ihre phonologische Bewusstheit, die für das lautgetreue Schreiben unabkömmlich ist.

Im Rahmen einer freien Arbeitsphase nehmen sich die Kinder an einem bestimmten Tag, bei uns ist es der Mittwoch, ihr Heft und schreiben von der Tafel die für die Woche vorgesehenen Buchstaben bzw. Buchstabenverbindungen ab. Haben sie das erledigt, packen sie ihr Heft in die Hausaufgabenmappe. Zuhause schreiben sie die Zeilen dann fertig und kümmern sich auch um die zuvor erwähnten Bilder in den Kästchen.

Pädagogischer Mehrwert

Die Kinder lieben das Arbeiten in dem Heft, da diese sechs Zeilen jede Woche geschrieben werden und sich dadurch bereits ein kleines Ritual eingebürgert hat. In der Wiederholung bestimmter Abläufe liegt die Kraft, die den Kindern zu mehr Selbstbewusstsein verhilft. Sie wissen genau, was sie im Wörterheft zu tun haben. Dieser Ankerpunkt unterstützt den Schreiblernprozess positiv. Die Kinder bezeichnen das Wörterheft selbst als ihr Schönschreibheft, da sie sich sowohl beim Schreiben der Buchstaben als auch bei der Auswahl der Bilder stets besondere Mühe geben. 

Der Rückblick nach 4 Jahren Schulzeit

Ich habe die Wörterhefte auch bereits mit meiner letzten Klasse geführt und sie ihnen dann am Ende der 4. Klasse in ihrer Erinnerungsmappe an die Volksschulzeit zurückgeben. Die Freude darüber war groß und sie fingen sofort damit an, sich gegenseitig zu zeigen, wie schön sie einmal geschrieben hatten. Dieses Heft ist sicher eine nette und vor allem ganz persönliche Erinnerung an die Volksschulzeit und die damit verbundenen ersten Ausflüge in die Welt des Schreibprozesses.

Geschrieben von: Michaela Wieland

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