Der rote Faden

Um das Geschichtenerzählen in meiner 2. Klasse lebendig zu gestalten, probierte ich mit ihnen etwas Neues aus. Ich habe in eine Tasche mit vielen verschiedenen Gegenständen gefüllt (Stift, Kochlöffel, Banane, Schnorchel, Sonnenbrille, Legostein, …). Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Wir haben einen Sitzkreis gebildet und ich habe einen roten Faden aufgelegt.

Sitzkreis: eine Geschichte entsteht

Ich habe mit der Hauptfigur, einem Legomännchen, unsere Geschichte begonnen. Ich gab ihr einen Namen und fügte noch einen Satz für den Einstieg hinzu. Der Reihe nach zog jedes Kind einen weiteren Gegenstand und führte so die Geschichte fort. Die Gegenstände wurden immer der Reihe nach auf den roten Faden gelegt. Nach mehreren Dingen haben wir die Geschichte wieder von vorne erzählt, damit wir sie nicht vergessen und der rote Faden ersichtlich bleibt.
Beim letzten Kind ist das Wollende, somit muss dieses Kind auch einen abschließenden Satz sagen.

Diese Art des Geschichtenerzählens gefiel den Kindern sehr, jedoch wurde schnell klar, dass die Kinder eher eine Aneinanderreihung von Ereignissen aufzählten:
„Zuerst war das …., dann ging er …, dann fand er …,“

Ich griff aber kaum in die Geschichte und die Erzählungen ein, da es ein Werk der Kinder sein sollte. Wir besprachen danach die Bedeutung des roten Fadens und dazu bearbeiteten wir in unserem Deutschbuch Aufgaben, wie eine Geschichte aufgebaut werden soll und was dabei zu beachten ist. Somit reflektierten wir unsere Geschichte und was wir beim nächsten Mal besser machen können. Zusätzlich klebten wir ein Arbeitsblatt in unser großes Geschichtenheft, welches noch einmal übersichtlich die Bestandteile einer Geschichte zeigt. Jedes Kind hat auf diese Seite noch einen roten Wollfaden dazu geklebt.

Neue Gegenstände – neue Geschichte

Diese Art des Geschichtenerzählens hat den Kindern große Freude bereitet. Sie äußerten den Wunsch es noch einmal zu machen, aber mit ihren eigenen Gegenständen. Diese Idee gefiel mir sehr gut und so haben wir diese Sequenz, mit unserem neu erworbenen Wissen, eine Woche später noch einmal durchgeführt.

Gemeinsam wurde die Hauptfigur ausgewählt. Jedes Kind durfte dann, zur passenden Stelle seinen Gegenstand dazulegen und weitererzählen. Dieses Mal half ich den Kindern ein wenig, damit die Geschichte einen richtigen Aufbau hat. Alles in allem haben wir gemeinsam eine richtig tolle, spannende und actionreiche Geschichte erfunden.

Meine Aufgabe dabei:

  • Ich habe währenddessen mitgeschrieben und es später auf dem Computer abgetippt.
  • Ich habe einen Lückentext erstellt, damit die Kinder selbst auch noch etwas zu schreiben haben.

Wir klebten den Text ein, lasen ihn noch einmal gemeinsam und füllten die Lücken aus. Die Kinder durften noch ein Bild dazu malen. Sie wünschten sich die Geschichte als Lesehausübung, damit sie sie voller Stolz auch zuhause präsentieren können. Bei dieser Erzählung funkelten wirklich alle Kinderaugen.

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