Deutschschularbeiten im Wandel der Zeit

Ob es uns bewusst ist oder nicht, wir Erwachsene verfassen sowohl im privaten als auch im beruflichen Alltag eine Fülle von Texten. Denken wir nur an unsere Handynutzung und die damit verbundene Kommunikation auf Social-Media- Plattformen: Auch Kommentare auf Instagram, Nachrichten per WhatsApp und Mails sind Texte! Genauso notieren wir Wichtiges auf Post-its, füllen Formulare aus oder führen Korrespondenzen mit Behörden. Das Anwendungsgebiet ist vielfältig.

Wenn wir uns aber die „traditionellen“ Textsorten in unseren Klassenzimmern anschauen, sind das ganz andere. Wir arbeiten mit den Schüler:innen an Bildgeschichten, Beschreibungen, Reizwortgeschichten, Nacherzählungen, Erlebniserzählungen, Fantasiegeschichten,… Was den Lehrplan betrifft, so machen wir als Lehrer:in damit nichts falsch. Dennoch sollten wir uns Gedanken darüber machen, dass diese Textsorten weder dem eigentlichen Alltag eines Erwachsenen noch jenem eines Kindes entsprechen.

Die Aufgabenstellung sollte sich anpassen

Da den Schularbeiten aus der Sicht vieler noch eine große Bedeutung zukommt, wenn es um die Basis der Note geht, sollte man doch die eine oder andere Veränderung vornehmen, wenn das auch einen Mehrwert haben soll. Schwierig wird es dann, wenn die Schularbeit auch Kinder mitschreiben, die unter Umständen erst kürzlich ihren ao (außerordentlich) Status abgegeben haben.

Baukastenschularbeiten – was ist möglich?

Abhilfe dabei können sogenannte Baukasten- oder Modulschularbeiten schaffen.             
Da ich nun keine Befürworterin des überstürzten Handelns bin, habe ich für meine Klasse folgendes Modell gewählt:

1. Schularbeit – Baukastenschularbeit

2. Schularbeit – Bildgeschichte

3. Schularbeit – Personenbeschreibung

4. Schularbeit – Baukastenschularbeit

Diese Kombination von Langtexten und Baukastenschularbeiten ist gesetzlich möglich. Wichtig bei den Baukastenschularbeiten ist nur, dass ein frei verfasster Text als Teil jeder Deutsch-Schularbeit vorzusehen ist. Würde man eine ausschließliche Grammatik- oder Leseschularbeit geben, wäre damit nur ein Teilbereich des Unterrichtsfaches Deutsch abgedeckt und das ist nicht zulässig.

Meine Deutsch-Schularbeiten im Detail

1. Baukastenschularbeit: Sie umfasst folgende Bereiche:

  • Sprachbetrachtung (alphabetische Sortierübungen, Bestimmen von Wortarten, Verschiebeübungen von Satzgliedern, Erkennen von Selbst-, Um- und Zwielauten)
  • Leseverständnis (Lückentext)
  • Textteil (Tierbeschreibung eines Fabelwesens anhand eines Bildimpulses)

2. Langtext – Bildgeschichte:

Damit überprüfe ich, ob der/die Schüler:in in der Lage ist, einen sinnvollen Textaufbau herzustellen bzw. ob Textabschnitte wie Einleitung-Hauptteil-Schluss richtig erkannt werden. Auch das richtige Verwenden und die Orthotypografie der direkten Rede werden ersichtlich.

3. Langtext – Personenbeschreibung:

Damit überprüfe ich, ob der/die Schüler:in in der Lage ist, eine logische Reihenfolge den Aufbau der Beschreibung entsprechend herzustellen bzw. wie geübt sie/er bereits im Spiel mit der Sprache ist. Durch spezielle Wortschatz- und Satzbauübungen in der Vorbereitungsphase ergibt sich alleine dadurch schon ein beachtlicher Mehrwert für das Verfassen von Texten.

4. Baukastenschularbeit:

  • Sprachbetrachtung (Satzarten, Bestimmungsübungen Subjekt und Prädikat, Fallbestimmungen, Personalformen des Verbs, Anwenden der verschiedenen Zeitformen, Komparation)
  • Hörteil Anhören einer Geschichte und anschließendes Beantworten von Fragen eben dazu
  • Textteil Brief (adressatengerechtes Schreiben – Verfassen des Textes um zu informieren, appellieren oder berichten)

Zur Beurteilung nütze ich folgende Vorlage:

Der Beurteilungsbogen ist ein Word-Dokument das du gerne downloaden und für deine Bedürfnisse verändern kannst.

Geschrieben von: Michaela Wieland

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