Mit Purzelwörtern im C. 9 zum Lernerfolg

Die Arbeit mit Lernwörtern gehört zum festen Bestandteil des Deutschunterrichts in meiner Klasse. Doch wie kann es gelingen diese nicht nur einzuführen, sondern nachhaltig im Gedächtnis der Kinder zu verankern? Und was bitte sind Purzelwörter?

Lernwörter – worum geht’s da?

Es handelt sich dabei um zentrale Wörter, die die Kinder in einem bestimmten Zeitraum sicher schreiben können sollen. Dabei handelt es sich häufig um Wörter mit schwieriger Rechtschreibung, die nicht lautgetreu geschrieben werden können – also z. B. Wörter mit Dehnungs-h, Doppelkonsonanten, Umlauten oder sonstigen Rechtschreibbesonderheiten.

Worauf soll die Lehrperson achten?

Die Arbeit mit diesen Wörtern soll systematisch, abwechslungsreich und individuell differenziert erfolgen, um deren Rechtschreibung und Bedeutung zu verinnerlichen. Regelmäßiges Üben führt zur langfristigen Verankerung im Gedächtnis der Kinder. Einige Punkte, die dabei zu beachten sind:

  1. Gezielte Auswahl der Lernwörter: Ich wähle immer Wörter aus, die zum aktuellen Wochenthema passen und gleichzeitig bestimmte Rechtschreibphänomene enthalten. Weniger ist oft mehr. Es genügen 8-10 Lernwörter pro Woche und diese werden dafür intensiv geübt.
  2. Mehrkanaliges Lernen ermöglichen: Lernwörter sollen gesehen, gehört, gesprochen und geschrieben werden. Das unterstützt die unterschiedlichen Lerntypen, die wir alle in unseren Klassen sitzen haben.
  3. Regelmäßiges Üben einplanen: Wiederholung ist der Schlüssel zum Erfolg. Die in der Klasse üblichen Übungsformate sollen täglich oder mehrmals pro Woche stattfinden. Dabei wird an manchen Tagen die Übungsphase in die Hausübung gepackt.
  4. Fehler als Lernchance nutzen: Statt nur richtig oder falsch zu werten, lohnt sich der Blick auf Fehlerschwerpunkte. Kinder lernen besonders viel, wenn sie ihre eigenen Fehler reflektieren und thematisieren. Unter Umständen verstehen sie oft erst durch das Ansprechen des Rechtschreibproblems, welche Denkfehler sie gemacht haben.
  5. Vielfältigkeit der Übungsangebote: Die Klassiker wie „Wörter in Silben klatschen“ oder „Wörter in Rätseln verstecken“ fördern das genaue Hinschauen. Und genau hier kommen Purzelwörter ins Spiel.

Purzelwörter zum Tüfteln

Was sind Purzelwörter? Es handelt sich dabei um Lernwörter, deren Buchstaben durcheinandergewürfelt (also „verpurzelt“) wurden. Die Aufgabe der Kinder ist es, das ursprüngliche Wort zu entschlüsseln und korrekt aufzuschreiben. Aus „heneg“ wird „gehen“.

Diese Übung macht nicht nur Spaß, sie ist auch wirkungsvoll. Die Kinder bekommen kleine Kärtchen mit verpurzelten Lernwörtern, die sie in ihr Formati Creativheft C.9 kleben. Die Lineatur ermöglicht uns die Verschriftlichung des Lernwortes auf unterschiedliche Weisen. Zusätzlich zeichnen die Kinder Silbenbögen ein. Die farbigen Punkte neben den Wörtern geben die Wortart an:

  • blau = Namenwort
  • rot = Zeitwort
  • grün = Wiewort
  • gelb = anderes Wort

Profi-Tipp: auf Grapheme setzen

Günstig ist es, wenn anstatt Buchstaben Grapheme für die Purzelwörter verwendet werden. Unter Grapheme versteht man die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit der geschriebenen Sprache.
Was die Zahlen für die Mathematik sind, sind die Grapheme für den Deutschunterricht. Das Graphem <sp> in etwa besteht aus den Buchstaben s,p sowie die Zahl 23 aus den Ziffern 2 und 3 besteht.

Die Präsentation von Graphemen erleichtert den Kindern den Zusammensetzungsprozess der Purzelwörter. Außerdem erkennen sie, dass bestimme Buchstabenkombinationen innerhalb der Grapheme eine feste Einheit bilden, wie z.B. <sch>, <ch>, <qu>,…

Hier gibt es eine Liste von Phonemen (Lauteinheiten) und Graphemen (Schreibeinheiten) der deutschen Sprache.

Geschrieben von: Michaela Wieland

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